Motorenwechsel
Die Gerüchteküche brodelte schon seit langem. Allerlei Propheten und Hellseher oder die, die sich dafür hielten, verteilten regelmäßig spärliche Informationshappen über die einschlägigen Internetseiten. Dabei beriefen sie sich wie üblich auf „gut unterrichtete Kreise" oder Quellen, die nicht benannt werden wollten. Neben allen Mutmaßungen über den Inhalt der neuen Macs kam doch ein wahrer Kern zum Vorschein. Apple gibt dem PowerPC-Prozessor den Laufpass und wechselt ins bis dato ungeliebte Lager der Intel-Motoren.
Viele werden jetzt nach den Gründen fragen. Da wäre zum einen ein fehlender G5-Mobilprozessor. Die bisherigen Power- und iBooks waren nur mit dem leistungsschwächeren Vorgänger modell G4 ausgestattet. Zum anderen war wohl auch die Ausbeute bei der Produktion nicht sonderlich gut, dass die 3GHz-Modelle der Applegemeinde nur aus wagen Ankündigungen bekannt waren.
Das alles ahnte wohl Steve Jobs, seines Zeichens Apple Chef, als er schon Mitte letzten Jahres den Umstieg auf die Konkurrenz prophe zeite. Damit sich die bisher so getreuen Kunden keine Sorgen über den Wechsel machen mussten, wurde ebenfalls noch mitgeteilt, dass das Betriebssystem OS X seit Anfang an auch für Intelprozessoren entwickelt würde. Also für den Fall der Fälle, der dann nun doch eingetreten ist.
Im Januar war es dann soweit. Ein gutes halbes Jahr vor dem eigent lich gesteckten Zeitplan sprossen die Macs mit Intel-Prozessoren wie Pilze aus dem Boden. iMac, PowerBook (welches ab sofort auf den Namen MacBook pro hört) und seit kurzem auch Mac mini, sind mit neuem Inhalt zu haben.
Intel spendiert hierfür ihren neusten Spross mit zwei Rechenkernen auf einem Chip. Was theoretisch die doppelte Leistung bei gleichem Takt verspricht. Im Vergleich zu ihren alten Motoren spricht Apple von 4-facher Leistung eines G4 bzw. doppelte Leistung eines G5.
Inwieweit diese Marken realistisch sind, wird sich zeigen, wenn die großen Softwarehersteller ihre Produkte umgestellt haben. Womit das eigentlich Problem gerade erst beginnt. Jegliche Software muss überarbeitet und an die neue Architektur angepasst werden. Gerade die hochoptimierten Grafik-, Video- und Musikprogramme die nicht von Apple stammen, werden wohl erst im Laufe des Jahres vollständig umgestellt sein. Bis dahin kann man nur hoffen, dass das geliebte Programm das „Universal Logo" trägt, damit es überhaupt läuft. Solche Programme bedienen sich einer Kompatibilitätsumge bung namens „Rosetta". Dies ist aber leider mit Geschwindigkeitsein busen verbunden und man muss sich damit wohl zwangsläufig abfinden bis die Hersteller ihre Produkte komplett überarbeitet haben und die Intel-Prozessoren „native" unterstützen.
Ableton Live z.B. bietet bereits eine Vorabversion 5.2 zum Download an, die die IntelMacs native unterstützt. Die für das 3. Quartal ange kündigte Version 6 soll dann auch endlich beide Rechenkerne auf dem Prozessor unterstützen und eine noch mal gesteigerte Performance bieten. Dies ist nicht nur für die IntelMacs interessant, sonder auch für die Windowsnutzer, die einen X2 von AMD ihr Eigen nennen.
Neben diesem fundamentalen Gesinnungswechsel gibt es natürlich auch noch Detailänderungen, die eher der Bedienung förderlich sind. Da wäre eine integrierte Kamera im MacBook pro und iMac für Vide okonferenzen zu nennen und eine Fernbedienung für die Steuerung von Front Row, einer Art Mediencenter für Videos, Bilder und Musik. Eher als Gimmick zu sehen ist, dass die Helligkeit der Bedienelemente im Ruhezustand nun automatisch der Zimmerbeleuchtung angepasst wird.
Als Fazit kann man sagen das Apple seine Hausaufgaben gemacht hat und eine hervorragende Grundlage für die kommende Softwaregeneration geschaffen hat. Bleibt zu hoffen, dass die Hersteller das würdigen und bald die schlummernde Performance mit ihren Programmen wecken.
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